BERLINER STÄRKER!

BERLINER STÄRKER!
18 Dez 2016

Broistedt unterliegt Berlin mit den letzten Schüssen!

Dramatik pur herrschte in den letzten Minuten dieses Spitzenduells zweier Top-Mannschaften dieser Liga. Die letzten Schüsse brachten die Entscheidungen an gleich drei Positionen und damit eine Entscheidung, die aus Broistedter Sicht leider negativ ausfiel. 2:3 hieß das Endergebnis in diesem  Duell.

20161210_171502Die Voraussetzungen waren für beide Teams gleich, beide gingen ersatzgeschwächt an den Start. Beiden Teams fehlten die jeweiligen Nummern 2 und 5 aus den Setzlisten. Auf Position 5 traten dann sogar bei beiden Clubs die jeweiligen Trainer an, wobei Broistedt hier profitierte, da wir zwei Trainer vor Ort haben. So konnten die Broistedter zumindest von Trainer Bernhard noch betreut werden, während Berlins Robert Loke versuchte seinen Kollegen Günter Hettig zu besiegen. Dies gelang ihm aber nur in den Probeserien, wo seine Schussbilder deutlich besser aussahen. Mit Beginn des Wettkampfes aber gelang Günter Hettig gleich eine sehr gute Startserie und Robert Loke musste seinen Broistedter Gegner ziehen lassen. Dieser Punkt ging ungefährdet an die Broistedter.

An Position 1 dagegen hatte Berlin zum ersten Mal den Chinesen Zongliang Tan an der Linie, der schon Weltmeister war und in Peking bei den Olympischen Spielen Silber gewann. Also ein Schwergewicht im internationalen Schießsport. Sein Gegner dagegen ist immerhin diesjähriger deutscher Meister aber ansonsten international noch nicht in Erscheinung20161210_171524 getreten. Diesen Unterschied merkte man in Serie 1, denn der Start von Jan lief ganz und gar nicht nach Wunsch. Mit einer 92er Serie geriet er gleich deutlich in Rückstand. Aber unser Jan stände nicht an Position 1, wenn er nicht etwas könnte. Mit Serie 2 fing er sich und steigerte sich in extreme Höhen. Serie 2 ging noch an den Chinesen, aber dann holte Jan zur Aufholjagd aus, eine 99er Serie brachte ihn näher und auch in der 4. Serie kam er bis auf einen Ring an den Chinesen ran. Dieser geriet zwar unter Druck, schoss aber insgesamt schneller und hielt sein starkes Leistungsniveau. Jan kämpfte, hätte auch den Sieg in der Hand gehabt, wofür er aber eine perfekte Serie brauchte. Der 36. Schuss brachte die erste 9 und ihn somit um die Chance zum Sieg, aber noch hätte er ein Stechen erzwingen können. Doch dann kamen noch eine 9 und der Sieg für den Chinesen stand fest. 388:386 hieß das Endergebnis für Berlin an Position 1. „Sensationell wie Jan geschossen und gekämpft hat“, stellte Trainer Bernhard fest und auch sein Gegner zollte ihm großen Respekt mit der Aussage, dass er dachte er kenne alle Top-Schützen aus Deutschland.

20161210_171447An Position 3 stand Hans-Jörg Meyer der jungen Josefine Eder gegenüber. Nachdem er die ersten Wochenenden eher unter seinen Verhältnissen geschossen hat lief es an diesem Tag wesentlich besser. Er startete gleich mit einer 96er Serie und holte damit auch direkt einen deutlichen Vorsprung heraus. In der 3. Serie ließ er noch einmal etwas nach, bevor er dann in Serie 4 den Sack zu machte. Seine Gegnerin hatte nie eine Chance, ihn und diesen Punkt für Broistedt zu gefährden, den Meyer mit 382 Ringen einsammelte.

Nunmehr fehlte nur noch ein Punkt für Broistedt. Die Hochrechnungen sahen diesen Punkt sicher an Position 2, an 4 dagegen sprang der gelbe Punkt, welcher die Führung anzeigt, stetig20161210_171536 hin und her. Theo Hadrath kämpfte hier gegen den Berliner Holger Buchmann. Holger startete besser in die einzelnen Serien, Theo schoss aber stets stärker in der 2. Hälfte ein jeder Serie, sodass die ersten 3 Serien jeweils mit dem gleichen Resultat endeten. Die Spannung stieg immer weiter an, der Berliner schoss schneller und startetet wieder gut in die 4. Serie. Theo startete ebenfalls gut und die Freude auf Broistedter Seite stieg, hoffte man doch auf den gleichen Verlauf, aber der Berliner schoss stabil aus und ließ nicht nach. Schwieriger dagegen wurde es für Theo, denn er musste nachlegen und wusste stets was er leisten musste. Leider konnte er diesem Druck dann noch nicht standhalten und vergab die Chance zum Sieg. Punkt für Berlin.

Die Entscheidung sollte also an Position 2 fallen. Hier standen sich Antje Noeske und ihr Nationalmannschaftskamerad aus dem Herrenteam Florian Schmidt gegenüber. Normalerweise eher ein Vorteil für Berlin, sind die 20161210_171439Herren doch eigentlich stärker einzustufen als die Damen, aber Antje bewies das Gegenteil. Die ersten 3 Serien gewann sie mit je einem Ring Vorsprung auf sehr hohem Niveau! Und auch in Serie 4 startete sie sehr stark mit gleich 3 Zehnern in Folge. Broistedts Führung freute sich schon, obgleich der Niederlage an Position 4 über den zu erwartenden Sieg an 2 und damit den dritten Punkt. Doch auch hier war der Berliner wieder schneller unterwegs und schoss mit einer starken 96er Serie aus. Für Antje hieß das, dass Sie mit 7 Schuss vermeintlich nur noch eine Zehn sowie sechs 9er brauchte um zu gewinnen. Eine sehr lösbare Aufgabe. Aber sie stand nun alleine am Stand, kannte die Situation und wusste, dass es nun auf sie ankommt. Und es folgte eine 9 nach der anderen. Der Druck stieg und stieg und dann geschah das, worauf die Berliner natürlich hofften und die Broistedter als auch Antje nicht, eine 8. Es waren noch drei Schuss zu lösen und nun durfte sie nur noch eine 9 und musste zwei Zehner schießen, um zu gewinnen. „Diese Situation war einfach noch zu viel für unsere Antje, die ja gerade erst aus der Babypause kam. Sie trug die ganze Verantwortung in diesem Prestige- Match und das ist einfach sehr heftig!“ stellte Trainer Bernhard fest. Denn nun kam eine weitere 8 und damit eine riesengroße Enttäuschung – insbesondere bei ihr selbst – war sie doch so gut unterwegs und auf klarem Siegkurs.

Aber Broistedt wäre nicht Broisted, wenn sich dieses Team nicht genau in solchen Situationen zueinander stellt und gemeinsam gewinnt, wie auch verliert. Alle kamen sofort nach dem letzten Schuss zusammen, bildeten den berühmten Broistedter Kreis und bauten sie wieder auf. „Das ist eben das Besondere an dieser Mannschaft. Wir kämpfen miteinander und füreinander. In der Niederlage wie auch im Sieg, und jeder von uns wusste, wie schrecklich sich Antje in diesem Moment gefühlt hat, denn da waren alle einmal. Genau das haben ihr alle gezeigt und eben auch, dass es nicht schlimm ist,  denn wir wissen alle, wie sehr sie für uns gekämpft hat. Als Trainer einer solchen Mannschaft kann man nur stolz sein, denn wenn wir auch nicht immer die Besten sind, wir sind ein großes Team aufgrund dieser Gemeinschaft und ich bin stolz darauf ein Teil dieser Mannschaft sein zu dürfen!“ stellte Trainer Bernhard abschließend fest.

Wir freuen uns auf die nächsten Herausforderungen und weiteren tollen Wettkämpfe.

Euer Team Broistedt

Share

Philip Bernhard

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.